Labor für Analyse und Expertise

Polymer-Dekonvolution: Eine industrielle Dual-Sourcing-Herausforderung lösen

Ein industrielles Dual-Sourcing-Problem lösen

Der Ausfall der Versorgung mit einem Harz, einem Compound, einem Additiv oder einem Kunststoffbauteil kann die Produktionskontinuität gefährden. Die Herausforderung ist oft zweifacher Natur: die Zusammensetzung eines vorhandenen Materials zu identifizieren und eine Ersatzlösung auszuwählen, die mit den Anforderungen an Verarbeitung und Anwendung kompatibel ist.

Die Polymer-Dekonvolution ermöglicht es, eine Referenzprobe zu charakterisieren, mehrere Alternativen zu vergleichen und Abweichungen festzustellen, die die erwarteten Eigenschaften beeinflussen können: Art der Matrix, Füllstoffe, Verstärkungen, Weichmacher, Stabilisatoren, Pigmente oder Kontaminationen. Dieses Vorgehen trägt dazu bei, ein Beschaffungsproblem objektiv zu bewerten und die technische Unsicherheit vor der Qualifizierung einer neuen Bezugsquelle zu reduzieren.

Zur Ergänzung der Untersuchung bietet das Filab-Labor Dienstleistungen für die Analyse von Kunststoffen und Polymeren an.

Die Matrix und die Bestandteile des Materials identifizieren

Je nach Probe und ausgewählten Methoden kann die Charakterisierung Aufschluss über die Polymerfamilie, mineralische Füllstoffe, Verstärkungsfasern, Pigmente, bestimmte organische Additive sowie nachweisbare Abbauprodukte oder Kontaminanten geben. Bei der Interpretation wird die mögliche Inhomogenität eines Bauteils, Granulats, Films, einer Beschichtung oder eines Verbunds aus mehreren Materialien berücksichtigt.

Die Polymeranalyse mittels REM kann insbesondere zur Untersuchung der Morphologie und zur lokalisierten elementaren Charakterisierung bestimmter Bereiche beitragen.

Komplementäre Methoden einsetzen

Die Analysestrategie wird für jeden Fall individuell entwickelt. Sie kann spektroskopische Verfahren zur Identifizierung der Matrix und organischer Verbindungen, mikroskopische Methoden zur Untersuchung von Inhomogenitäten sowie elementare und thermische Analysen kombinieren. Die Zusammenführung der Ergebnisse ist entscheidend, um eine komplexe Formulierung zu interpretieren und die Hauptbestandteile von Verbindungen zu unterscheiden, die in geringer Konzentration vorhanden sind.

Das Filab-Labor passt den Prüfplan an die verfügbare Probenmenge, die Geometrie der Probe und den erwarteten Entscheidungsbedarf an.

Analytische Kriterien zur Steuerung des Ersatzes gewinnen

Die Dekonvolution liefert eine analytische Charakterisierung des untersuchten Materials und macht Unterschiede oder Ähnlichkeiten zwischen den Proben sichtbar. Sie garantiert nicht die identische Rekonstruktion einer industriellen Formulierung, da Prozessparameter, Rohstoffqualitäten, Compoundier-Know-how und bestimmte Komponenten durch die Analyse möglicherweise nicht vollständig zugänglich sind.

Die Ergebnisse bilden dennoch eine solide Grundlage, um das Zielprofil eines Werkstoffs zu definieren, mit Lieferanten in den Dialog zu treten und Validierungsversuche zu priorisieren.

Polymer-Dekonvolution im Filab-Labor

Im Filab-Labor beginnt das Vorgehen mit der Definition des industriellen Bedarfs: zu reproduzierender oder zu ersetzender Werkstoff, Funktion des Bauteils, Verarbeitungsbedingungen, regulatorische Anforderungen und Vergleichskriterien. Anschließend werden die Analysen entsprechend der Beschaffenheit der Probe und der Fragestellung ausgewählt.

Ziel ist nicht die Erstellung eines Herstellungsrezepts, sondern die Gewinnung verwertbarer Analysedaten, um Materialien zu vergleichen, die Lieferantensuche zu steuern und einen Qualifizierungsplan festzulegen. Die Ergebnisse ermöglichen insbesondere, nachweisbare Bestandteile zu identifizieren, die Ähnlichkeiten zwischen einer Referenz und einer Alternative zu bewerten und die zu untersuchenden Abweichungen zu priorisieren.

Wenn sich die Anforderungen auf regulierte Stoffe beziehen, kann eine gezielte Bewertung durch REACH-Analysen für Polymere in Betracht gezogen werden.

Eine Referenz mit alternativen Materialien vergleichen

Der Vergleich bezieht sich auf Parameter, die an die gesuchte Funktion angepasst sind: chemisches Profil, relativer Füllstoffgehalt, Vorhandensein von Verstärkungen, thermisches Verhalten, Elementzusammensetzung oder morphologische Merkmale. Er hilft dabei, eine scheinbare Gleichwertigkeit von einer belegten analytischen Ähnlichkeit zu unterscheiden.

Eine analytisch ähnliche Alternative muss jedoch im Hinblick auf die anwendungsspezifischen Bedingungen validiert werden: Verarbeitungsverfahren, Montage, Einsatzumgebung sowie mechanische, thermische, ästhetische oder regulatorische Anforderungen.

Das thermische Verhalten des Polymers bewerten

Die thermische Analyse liefert nützliche Informationen zum Vergleich des Verhaltens eines Materials unter Wärmeeinwirkung: je nach angewandter Methode Massenverluste, nichtflüchtiger Anteil, mineralischer Rückstand und charakteristische Übergänge. Diese Daten tragen zur Bewertung der Unterschiede zwischen einem historischen Material und einer alternativen Bezugsquelle bei.

Das Filab-Labor führt Polymeranalysen mittels TGA durch, um die Untersuchung der thermischen Stabilität und des Rückstandsanteils von Polymerproben zu unterstützen.

Die industrielle Qualifizierung absichern

Der Austausch eines Materials muss unter repräsentativen Anwendungsbedingungen bestätigt werden. Die Daten aus der Rückformulierung ermöglichen die Auswahl der zu prüfenden Kandidaten, während die Prüfungen zur Verarbeitung, Leistungsfähigkeit und Konformität vom Industrieunternehmen gemäß seinem Lastenheft festzulegen sind.

Dieser schrittweise Ansatz reduziert das Risiko, ein alternatives Material auszuwählen, dessen Abweichungen mit der Funktion, dem Verfahren oder der Einsatzumgebung unvereinbar sind.

Einen auf Ihren Bedarf abgestimmten Analyseplan definieren

Zur Vorbereitung der Studie dem Filab-Labor repräsentative Proben des Referenzmaterials und, sofern vorhanden, zu vergleichende Alternativen übermitteln. Die Funktion des Bauteils oder Materials, die Einsatzbedingungen, das Verarbeitungsverfahren, die beobachteten Mängel, die Entscheidungskriterien und den Kontext der Beschaffung angeben.

Das Filab-Labor kontaktieren, um den analytischen Umfang festzulegen, die verfügbaren Proben zu vergleichen und einen geeigneten Prüfplan zu erhalten. Die Qualifizierungsfristen vorausschauend berücksichtigen, indem die Analysen bereits bei der Identifizierung eines Beschaffungsrisikos eingeplant werden.

Häufig gestellte Fragen

Wie lässt sich ein Beschaffungsproblem bei einem Polymerwerkstoff oder einem Kunststoffbauteil lösen?

Das Filab-Labor charakterisiert den Referenzwerkstoff und die möglichen Lösungen, um deren Art, nachweisbare Bestandteile und Abweichungen zu identifizieren. Die gewonnenen Daten dienen dazu, objektive Vergleichskriterien festzulegen und die industrielle Qualifizierung einer Ersatzbezugsquelle vorzubereiten.

Welche Elemente kann ein Labor bei einer Polymer-Dekonvolution identifizieren?

Eine Polymer-Dekonvolution kann Aufschluss über die Polymerfamilie und zahlreiche nachweisbare Bestandteile geben, etwa Füllstoffe, Verstärkungen, Pigmente, organische Additive oder lokal vorhandene Elemente. Der Identifizierungsgrad hängt von der Matrix, dem Zustand der Probe und den eingesetzten Analysemethoden ab.

Welche Verfahren werden zum Vergleich von Polymeren und Compounds eingesetzt?

Das Filab-Labor kombiniert je nach Bedarf spektroskopische, mikroskopische, elementare und thermische Analysemethoden. Diese Ergänzung ermöglicht einen fundierten Vergleich der Materialien und ihrer nachweisbaren Bestandteile.

Ermöglicht die Dekonvolution die identische Reproduktion einer Polymerformulierung?

Nein. Die Rückformulierung stellt kein Rezept zur identischen Nachbildung dar. Sie liefert analytische Kriterien zur Charakterisierung des Referenzmaterials, zum Vergleich von Alternativen und zur Ausrichtung der erforderlichen Qualifizierungsprüfungen vor einer industriellen Substitution.

Wie lässt sich eine Rückformulierungsstudie starten, um die Polymerbeschaffung abzusichern?

Für den Start einer Studie empfiehlt es sich, repräsentative Proben bereitzustellen, die Funktion des Materials anzugeben und die erwarteten Vergleichskriterien zu präzisieren. Das Filab-Labor legt anschließend einen Analyseplan fest, der den technischen Anforderungen und den verfügbaren Informationen angemessen ist.
Die Vorteile von filab
Ein hochqualifiziertes Team
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Eine schnelle Reaktionszeit und Bearbeitung von Anfragen
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Ein COFRAC-akkreditiertes Labor nach ISO 17025
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(Geltungsbereiche verfügbar auf www.cofrac.com - Akkreditierungsnr.: 1-1793)
Ein vollständiger analytischer Gerätepark auf 5.200 m²
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Eine maßgeschneiderte Betreuung
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Visio-Briefing mit dem Experten möglich
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Thomas GAUTIER Werkstoffexperte
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