Den Unterschied zwischen Rheofluidisierung und Thixotropie verstehen
Die Verwechslung zwischen Rheofluidisierung und Thixotropie ist häufig, obwohl diese beiden Begriffe nicht dasselbe Phänomen beschreiben. Ein rheofluidisierendes Material erfährt eine Abnahme seiner Viskosität, wenn die mechanische Beanspruchung zunimmt: Es wird unter Scherung sofort flüssiger. Im Gegensatz dazu führt die Thixotropie eine zeitliche Dimension ein: Sie beschreibt die Fähigkeit eines Produkts, sich nach dem Ende der Belastung wieder aufzubauen und seine ursprüngliche Viskosität ganz oder teilweise zurückzugewinnen. Diese Unterscheidung ist entscheidend, um das Verhalten bei Anwendung, Pumpen, Verstreichen, Auftragen oder Formstabilität einer Formulierung vorherzusagen.
Ein direkter Einfluss auf die Produktanwendung
In vielen Branchen muss ein Produkt während der Anwendung fließen und danach wieder eine ausreichende Struktur aufbauen. Wenn man Rheofluidisierung und Thixotropie nicht unterscheidet, kann man einen Fehler bei Verlaufen, Verlauf, Stabilität oder mechanischer Festigkeit falsch interpretieren. Eine Formulierung kann beim Mischen oder Pumpen ideal erscheinen, sich aber als ungeeignet erweisen, wenn sie ihre Struktur nach der Scherung nicht schnell genug zurückgewinnt.
Fachkompetenz des Labors
Das Labor interpretiert Fließverhalten unter Berücksichtigung der Art der Matrix, ihrer Scherempfindlichkeit und ihrer strukturellen Entwicklung. Ziel ist nicht nur die Erstellung einer Kurve, sondern die Identifizierung des für die Entscheidung relevanten Mechanismus: Fließverhalten unter Belastung, Hysterese, Fließgrenze, Rekonstruktionskinetik oder Einfluss der Formulierung. Dieser Ansatz ermöglicht den Vergleich mehrerer Produkte, die Qualifizierung einer Änderung des Rohstoffs oder das Verständnis eines Prozessfehlers.
Warum Filab
Das Labor unterstützt Industrieunternehmen bei der Analyse komplexer Verhaltensweisen von Polymer-, Verbundwerkstoff-, gefüllten Formulierungen oder Mehrkomponentenprodukten. Der Nutzen besteht darin, rheologische Ergebnisse in konkrete Folgen für Prozess und Anwendung zu übersetzen: einfache Mischbarkeit, Lagerstabilität, Eignung für die Anwendung, Formstabilität, Produktionsreproduzierbarkeit oder Vergleich zwischen mehreren Formulierungen.
Das Verhalten eines Materials messen, interpretieren und absichern
Die industrielle Herausforderung besteht nicht nur darin festzustellen, dass ein Produkt flüssiger wird, sondern zu verstehen, ob es sich anschließend wieder aufbaut, wie schnell und mit welchem Grad an Rückgewinnung. Diese Betrachtung ist für komplexe Matrizes wie Farben, Druckfarben, Klebstoffe, Batteriepasten, kosmetische Gele, Schlämme, Mörtel, gefüllte Harze oder Formulierungen für den 3D-Druck unerlässlich. Das Labor setzt geeignete rheologische Analysen ein, um die gemessenen Eigenschaften mit den realen Einsatzbedingungen zu verknüpfen und die Optimierung von Formulierung, Prozess und Endleistung zu unterstützen.
Beispiele betroffener Matrizes
Zu den häufig untersuchten Matrizes gehören Farben, Lacke, Druckfarben, Dichtmassen, Klebstoffe, kosmetische Gele, Cremes, keramische Pasten, Mörtel, Mineralsuspensionen, geschmolzene Polymere und Formulierungen für den 3D-Druck. Eine leistungsfähige Farbe wird beispielsweise mit der Walze flüssiger, damit sie sich gut verteilen lässt, und gewinnt dann rasch ihre Kohäsion zurück, um Verlaufen zu vermeiden. Beim 3D-Druck muss sich das extrudierte Material leicht absetzen lassen und sich dann schnell genug wieder aufbauen, um die gedruckte Geometrie beizubehalten.
Eingesetzte technische Mittel
Die Prüfungen können Fließkurven, Scherrampen, Auf- und Abwärtszyklen, dreistufige Strukturwiederaufbau-Tests sowie oszillatorische Messungen umfassen, um den Wiederaufbau des inneren Netzwerks zu verfolgen. Je nach Bedarf werden diese Daten mit weiteren physikalisch-chemischen oder thermischen Charakterisierungen kombiniert, um den Einfluss eines Polymers, eines Füllstoffs, eines Additivs oder einer Molmassenverteilung auf das rheologische Verhalten besser zu verstehen.
Ein lösungsorientierter Ansatz
Dieser Ansatz ist besonders nützlich bei der Produktentwicklung, einem Lieferantenwechsel, Dual Sourcing, einer Untersuchung von Nichtkonformitäten oder einem Vorhaben zum Verständnis von Formulierung und Eigenschaft. Das Labor hilft dabei, das richtige Erwartungsniveau festzulegen, die wirklich relevanten Prüfungen auszuwählen und die Ergebnisse didaktisch und für technische Entscheidungen nutzbar zu interpretieren.
Handlungsaufforderung
Den Anwendungsbedarf definieren. Mehrere Formulierungen vergleichen. Ein Fließ- oder Antiablaufverhalten überprüfen. Eine Eignung zum Pumpen, Auftragen oder Extrudieren bewerten. Die Strukturierungsrate nach Scherung messen. Einen Rohstoffwechsel absichern. Einen Mangel an Standfestigkeit, Stabilität oder Verarbeitbarkeit untersuchen. Unterstützung anfordern, um die Ergebnisse zu interpretieren und die Entscheidungen zu Formulierung und Prozess zu lenken.