Einen Materialfehler durch die Identifizierung des Polymers beheben
Eine Veränderung des mechanischen Verhaltens, eine Vergilbung, ein Verlust der Wärmebeständigkeit, eine Prozessabweichung oder Unterschiede zwischen zwei Chargen können auf ein Problem in der Formulierung oder beim Rohstoff hinweisen. In diesem Zusammenhang ermöglicht die Polymeridentifizierung, die Art der Matrix zu bestimmen, das Vorhandensein eines Copolymers zu überprüfen, leichte organische Additive zu erkennen und den Anteil mineralischer Füllstoffe abzuschätzen. Dieser Ansatz hilft Industrieunternehmen, zwei Referenzen zu vergleichen, eine Dual-Sourcing-Strategie abzusichern, ein eingehendes Material zu qualifizieren oder eine Nichtkonformität in der Produktion zu untersuchen. Für verwandte Anforderungen ist es außerdem möglich, die Analyse der Materie zu vertiefen oder die Untersuchung durch eine Materialbilanz im Labor zu ergänzen.
Die Polymermatrix und ihre Struktur identifizieren
Die Analyse ermöglicht es, die Polymerfamilie zu bestimmen, zum Beispiel PE, PP, PVC oder PU, und die copolymere oder nicht copolymere Natur der Probe zu bestätigen. Die mit Chromatographie und Massenspektrometrie gekoppelte Pyrolyse liefert nützliche strukturelle Informationen zu den erzeugten Fragmenten, Monomeren, Oligomeren und bestimmten Restlösungsmitteln. Der Vergleich der Profile kann zudem Unterschiede in der Kettenlänge zwischen zwei vermeintlich gleichwertigen Materialien aufzeigen.
Eingesetzte Charakterisierungstechniken
Die FTIR wird verwendet, um eine spektrale Signatur zu erfassen und die Identifizierung der Polymerfamilie zu unterstützen. Die TGA charakterisiert das Zersetzungsprofil bis zu hohen Temperaturen, die Zersetzungstemperatur und die mit mineralischen Füllstoffen verbundene Restmasse. Die Pyrolyse-GC/MS liefert eine feinere Betrachtung der chemischen Struktur mit qualitativer Suche nach Monomeren, Oligomeren, Restlösungsmitteln und anderen semivolatilen organischen Verbindungen. Die REM-EDX ergänzt die Analyse hinsichtlich der elementaren Beschaffenheit und Morphologie der Füllstoffe.
Fachkompetenz mit Fokus auf industrielle Entscheidungen
Der Mehrwert eines spezialisierten Labors liegt nicht nur in der Messung, sondern in der kombinierten Interpretation der Ergebnisse. Die Analyse zielt darauf ab, eine konkrete industrielle Frage zu beantworten: Materialfehler, Lieferantenabweichung, Formulierungsänderung, thermische Alterung, Unterschiede zwischen Chargen oder Leistungsabweichung. Diese fachkundige Auswertung ermöglicht es, die wahrscheinlichen Ursachen zu priorisieren und Korrekturmaßnahmen oder ergänzende Prüfungen zu steuern, zum Beispiel bei Partikeln oder Inhomogenitäten mit einer Analyse von Einschlüssen im Labor.
Analytische Verfahren und Laborunterstützung
Das Labor setzt einen abgestuften Ansatz ein, von der einfachen Identifizierung bis hin zur weiterführenden Strukturanalyse. Die Prüfungen können je nach Fragestellung und Komplexität des Materials FTIR, TGA, Pyrolyse-GC/MS und REM-EDX kombinieren. Diese Kombination ermöglicht es, die Polymerfamilie zu identifizieren, ihr thermisches Zersetzungsprofil zu beobachten, Monomere, Oligomere, Restlösungsmittel und semivolatile Verbindungen qualitativ zu erfassen und anschließend die vorhandenen mineralischen Füllstoffe zu charakterisieren. Ziel ist es, eine auswertbare Interpretation für Qualität, F&E, Sourcing oder Schadensanalyse bereitzustellen.
Leichte Additive und mineralische Füllstoffe nachweisen
Ergänzend zur organischen Matrix kann die Untersuchung bestimmte semivolatile Additive wie Weichmacher, Flammschutzmittel, Trennmittel oder Antioxidantien qualitativ erfassen. Die TGA ermöglicht die Abschätzung des Massenanteils mineralischer Füllstoffe, während die REM-EDX zur elementaren Identifizierung von Füllstoffen beiträgt, die beispielsweise Ti, Al, Ca oder Si enthalten, sowie zu deren morphologischer Beobachtung. Um diesen Aspekt zu vertiefen, bietet das Labor auch eine Expertise im Bereich Laboranalyse mit dem REM an.
Ein Ansatz, der an das Untersuchungsniveau angepasst ist
Je nach Zielsetzung kann die Untersuchung von einer schnellen orientierenden Prüfung bis hin zu einer umfassenderen Formulierungsanalyse reichen. Ein erster Schritt kann darin bestehen, einfach das Hauptpolymer und den Füllstoffanteil zu bestätigen. Ein zweiter Schritt kann darauf abzielen, die Struktur, leichte Additive und Unterschiede zwischen zwei Referenzen zu verstehen. Für Anforderungen mit Fokus auf das thermische Verhalten siehe auch die Analyse von Polymeren mittels TGA im Labor.
Ergebnisse, die für Qualität, F&E und Sourcing nutzbar sind
Die Ergebnisse lassen sich nutzen, um ein Dual Sourcing von Elastomeren oder Thermoplasten abzusichern, ein Konkurrenzmaterial im Rahmen eines Benchmarks zu vergleichen, ein Vergilbungsphänomen zu untersuchen oder die Übereinstimmung zwischen Lastenheft und eingegangenem Material zu überprüfen. Das Labor unterstützt die Teams außerdem dabei, das passende Analyseniveau festzulegen, um eine Antwort zu erhalten, die dem technischen und wirtschaftlichen Bedarf angemessen ist.
Anwendungsfälle und der Schritt zur Umsetzung
Eine Analyse sollte durchgeführt werden, sobald Zweifel an der Beschaffenheit eines Werkstoffs, an einer Leistungsabweichung, an einer Prozessdrift, an einem optischen Unterschied oder an einer Chargen-Nichtkonformität aufkommen. Diese Dienstleistung ist besonders relevant, um zwei Materialien zu vergleichen, einen Lieferantenwechsel zu prüfen, eine Degradation zu verstehen oder eine Grundrezeptur vor der Entwicklung zu dokumentieren. Um das Vorgehen einzuleiten: den Bedarf identifizieren, die Proben und den Nutzungskontext übermitteln, bei Bedarf Referenzen vergleichen, die Ergebnisse gemeinsam mit dem Labor interpretieren, Qualitäts-, F&E- oder Einkaufsentscheidungen absichern.