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ICH Q3D-Analyse (elementare Verunreinigungen) - Interview

Hinter den Analysen: die Gesichter der FILAB-Expertise

ICH Q3D-Analyse, worum geht es dabei?

Hallo, mein Name ist Clément Boenard, ich bin Leiter der Abteilung für Anorganische Chemie bei FILAB. Und heute spreche ich mit Ihnen über die ICH Q3D-Analyse, eine Analyse, die wir in unserem Labor gemeinsam mit meinen Teams regelmäßig durchführen.

Hallo Clément, kannst du mir erklären, was ICH Q3D ist? Und worin besteht es?

CBO-NB

Hallo, die ICH Q3D ist eine Leitlinie, die einen Prozess zur Bewertung und Kontrolle von elementaren Verunreinigungen in Arzneimitteln auf der Grundlage von Risikomanagementprinzipien beschreibt.

Ziel ist es, eine Kontrollstrategie zu entwickeln, um bestimmte Elemente als Verunreinigungen in pharmazeutischen Produkten zu begrenzen.

Elementare Verunreinigungen, worum geht es genau?

Um Ihnen gut zu erklären, was elementare Verunreinigungen sind: In pharmazeutischen Produkten können sie aus mehreren Quellen stammen:

  • Rückstände von Katalysatoren, die bei der Herstellung absichtlich zugesetzt wurden.
  • Eigentliche Verunreinigungen, wie etwa Verunreinigungen, die durch Wechselwirkungen mit Produktions-, Verarbeitungs- oder sogar Verpackungsanlagen entstehen können.
  • oder Bestandteile des Arzneimittels selbst

Wichtig ist auch zu verstehen, dass elementare Verunreinigungen dem Patienten keinen therapeutischen Nutzen bringen; deshalb muss ihr Gehalt im Arzneimittel innerhalb akzeptabler Grenzen kontrolliert werden.

Bis heute wurden 24 Verunreinigungen nach 4 Klassen identifiziert:

Klasse 1: As, Cd, Hg und Pb
Klasse 2A: Co, Ni und V
Klasse 2B: Ag, Au, Ir, Os, Pd, Pt, Rh, Ru, Se und Tl
Klasse 3: Ba, Cr, Cu, Li, Mo, Sb und Sn
ICH Q3D

Warum ist es wichtig, diese Analysen zu elementaren Verunreinigungen durchzuführen? Welche Risiken bestehen für die Industrie, die Patienten usw.?

Wenn elementare Verunreinigungen in einem Arzneimittel vorhanden sind, besteht das Risiko, dass ein mit diesem Arzneimittel behandelter Patient letztlich Stoffen ausgesetzt wird, deren Toxizität nachgewiesen ist. Dies kann unmittelbar oder langfristig zu unerwünschten Wirkungen führen.

Für die pharmazeutische Industrie kann die Nichteinhaltung dieser Grenzwerte dazu führen, dass nicht konforme Produkte vom Markt genommen werden. Unternehmen können außerdem mit Geldstrafen oder anderen Sanktionen belegt werden oder ihre Zulassung für das Inverkehrbringen ihres Arzneimittels kann ausgesetzt werden.

Kannst du uns erklären, wie das abläuft? Welche Technik wird verwendet?

Bis heute detektieren und quantifizieren wir im FILAB-Labor gemeinsam mit unseren Teams elementare Verunreinigungen mittels ICP-MS. Der analytische Prozess besteht darin, das Arzneimittel oder Fertigprodukt mithilfe von Säuren in Lösung zu bringen. Sobald wir das Produkt in saurem Medium gelöst haben, wird die erhaltene Lösung in die ICP-MS eingespritzt. In diesem Stadium der Analyse wird das erhaltene Signal mit einer Kalibrierreihe verglichen, wodurch auf die Verunreinigungskonzentration im Produkt geschlossen werden kann.

Und nach all diesen Analysen in deiner Abteilung für Anorganische Chemie: Kannst du uns sagen, ob es eine potenzielle Quelle elementarer Verunreinigungen in pharmazeutischen Produkten gibt?

Bis heute erscheint es mir wichtig hervorzuheben, dass in mehr als 98 % der von uns bearbeiteten Fälle keine elementaren Verunreinigungen oberhalb der akzeptablen Grenzwerte quantifiziert wurden. Und bei den verbleibenden 2 % konnten wir feststellen, dass die gefundenen Verunreinigungen entweder von Katalysatorrückständen oder von Wechselwirkungen mit dem Produktionsumfeld, etwa einer Zuleitung, stammten.

Gibt es von ICH Q3D festgelegte Grenzwerte? Falls ja, beeinflussen diese Grenzwerte die Formulierung und Herstellung pharmazeutischer Produkte?

Ja, tatsächlich gibt es von ICH Q3D definierte Grenzwerte. Die ICH-Q3D-Leitlinie definiert PDE, was für „Permitted Daily Exposure“ steht. Das ist ein Expositionsgrenzwert für jede Verunreinigung. Für die Berechnung der PDE werden mehrere Kriterien berücksichtigt, darunter die Art der Verabreichung und die Dosierung des Arzneimittels. So können wir für jede Verunreinigung unterschiedliche Grenzwerte haben.

Inwiefern trägt die Analyse elementarer Verunreinigungen gemäß ICH Q3D dazu bei, die Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit pharmazeutischer Produkte für Patienten weltweit zu gewährleisten?

Es ist wichtig hervorzuheben, dass die Analyse elementarer Verunreinigungen gemäß ICH Q3D Arzneimittel in ihrem jeweiligen Umfang absichert, indem sie das Fehlen von Elementen bis zu einem bestimmten Grenzwert gewährleistet, die als toxisch für den Körper gelten können.

Kannst du uns etwas über die Schulungen für ICP erzählen, die wir bei FILAB anbieten?

Kürzlich haben wir zwei ICP-Schulungen für unsere Kunden durchgeführt. Im ersten Fall wollte unser Kunde besser verstehen, wie seine Analysen durchgeführt und seine Proben im Labor behandelt werden. Deshalb haben wir eine zweistufige Schulung organisiert: einen theoretischen Teil zu ICP-MS und ICH Q3D sowie einen praktischen Teil mit der Live-Begleitung der Analysedurchführung.

Im zweiten Fall haben wir eine Schulung in Methodenentwicklung und Methodenvalidierung für die Validierung von 24 Verunreinigungen und den Methodentransfer intern bei unserem Kunden durchgeführt.

Vielen Dank, Clément, für diese Erklärungen und deinen Erfahrungsbericht.
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