Neuigkeit

Mechanische Prüfungen: Bestimmung der Zähigkeit mit der SEVNB-Methode | ISO 23146

In zahlreichen Branchen (Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, Energie, Medizinprodukte oder auch Elektronik) werden keramische Werkstoffe und spröde Materialien aufgrund ihrer außergewöhnlichen Leistungsfähigkeit eingesetzt. Doch eine Frage bleibt zentral: Wie lässt sich ihr Widerstand gegen die Ausbreitung eines Risses messen?

Genau das ist das Ziel der Bestimmung der Bruchzähigkeit. Unter den anerkannten Methoden gilt die SEVNB-Methode heute als Referenz, wenn es darum geht, spröde Werkstoffe gemäß der Norm ISO 23146 zu charakterisieren.

céramique technique

Was ist die Zähigkeit eines Werkstoffs?

Die Zähigkeit (K1c) ist die Fähigkeit eines Werkstoffs, der Ausbreitung eines vorhandenen Risses zu widerstehen. Während die Härte den Widerstand gegen das Eindringen misst, ermöglicht die Zähigkeit zu bestimmen, ob ein mit bloßem Auge unsichtbarer Mikroriss zum Bruch des Bauteils im Einsatz führen kann.

Die SEVNB-Methode: die Präzision der "V-Notch"

Die SEVNB-Methode (Single-Edge V-Notched Beam) wird wegen ihrer Wiederholbarkeit und Präzision bei monolithischen Keramiken geschätzt.

Das Prinzip der Prüfung

Die Prüfung basiert auf einer quaderförmigen Probe, in die eine sehr spitze V-förmige Kerbe eingebracht wird. Diese Kerbe simuliert einen bereits vorhandenen Riss mit einem extrem kleinen Kerbgrundradius.

  • Vorbereitung: Eine Primärkerbe wird eingesägt und anschließend mit einer Schleifpaste (oft Diamant) verfeinert, um einen Kerbgrundradius von weniger als wenigen Mikrometern zu erreichen.
  • Belastung: Die Probe wird in eine 3- oder 4-Punkt-Biegevorrichtung eingespannt.
  • Bruch: Es wird eine steigende Kraft aufgebracht, bis der vollständige Bruch eintritt.
Warum ISO 23146 wählen?

Im Vergleich zu anderen Techniken wie der Vickers-Eindrückprüfung (IF) bietet die SEVNB-Methode wesentliche Vorteile:

  • Zuverlässigkeit der Ergebnisse: Sie ist weniger anfällig für Unterschiede in der visuellen Interpretation als Eindrückmethoden.

  • Anpassungsfähigkeit: Sie eignet sich für eine breite Palette fortschrittlicher technischer Keramiken (Aluminiumoxid, Zirkonoxid, Karbide).

  • Normkonformität: Sie ist eine Referenzmethode für Qualifizierungsunterlagen für Hochleistungswerkstoffe (Luft- und Raumfahrt, Medizin, Nukleartechnik).

Die Unterstützung des Labors FILAB bei der mechanischen Charakterisierung

Die Bearbeitung einer V-Kerbe gemäß ISO 23146 erfordert hochpräzises messtechnisches Know-how. Im Labor FILAB verbinden wir unsere Expertise in Metallurgie und Keramik, um Ihnen einen umfassenden Service zu bieten:

  • Sorgfältige Vorbereitung der Proben (Polieren und Präzisionskerbung).

  • Durchführung der Biegeversuche auf kalibrierten Zug-/Druckprüfmaschinen.

  • Analyse des Bruchbildes mittels REM (Rasterelektronenmikroskopie), um die Bruchursache zu verstehen.

  • Interpretation der Ergebnisse im Hinblick auf die Einsatzbedingungen Ihrer Bauteile.

In welchem Kontext misst man die Zähigkeit einer Keramik?

Die Messung der Zähigkeit ist ein wesentlicher Indikator, um das Verhalten eines Werkstoffs gegenüber der Ausbreitung eines Risses zu verstehen. In vielen industriellen Umgebungen ist das Vorhandensein mikroskopischer Defekte unvermeidlich. Es geht daher nicht nur darum, die allgemeine mechanische Festigkeit zu bewerten, sondern auch die Fähigkeit des Werkstoffs, diese Defekte ohne plötzlichen Bruch zu tolerieren.

Die Bestimmung der Zähigkeit ermöglicht es somit, die Auslegung strategischer Bauteile abzusichern, insbesondere wenn die Komponenten hohen mechanischen Belastungen oder anspruchsvollen Einsatzbedingungen ausgesetzt sind. Sie bietet außerdem ein geeignetes Werkzeug, um verschiedene Werkstoffe oder unterschiedliche Mikrostrukturen im Rahmen einer Entwicklung oder Qualifizierungsphase zu vergleichen.

Diese Prüfungen liefern darüber hinaus wertvolle Informationen, um Fertigungsprozesse zu optimieren, sei es bei Sinterparametern, Wärmebehandlungen oder der Auswahl von Rohstoffen. Schließlich ermöglicht die Kenntnis dieser Eigenschaft, Bruchrisiken im Einsatz vorherzusehen und die Gesamtzuverlässigkeit der Bauteile zu verbessern.

Die Zähigkeit erweist sich somit als Schlüsselparameter, um die Robustheit spröder Werkstoffe zu bewerten und ihren Einsatz in anspruchsvollen industriellen Anwendungen abzusichern.

Fazit

Die Beherrschung der Zähigkeit mit der SEVNB-Methode ist ein unverzichtbarer Schritt, um die Haltbarkeit keramischer Bauteile zu gewährleisten. Unter Einhaltung der Anforderungen der ISO 23146 hilft Ihnen FILAB, Ihre Innovationen abzusichern und die Konformität Ihrer technisch anspruchsvollsten Werkstoffe zu validieren.

bending tests

Wir stehen Ihnen für Ihre Fragen gerne zur Verfügung.

Labor für Analysen und Expertise, spezialisiert auf Industrieunternehmen

+140 Mitarbeitende
+140 Mitarbeitende für Sie da
5200 m² Laborfläche
5200 m² Laborfläche Über 99 % der Leistungen werden intern erbracht
Akkreditiertes Labor
Akkreditiertes Labor COFRAC ISO 17025
+2200 Kunden
+2200 Kunden in Frankreich und im Ausland

Kontaktieren Sie uns

Unsere Leistungen sind Fachleuten vorbehalten.