Fallstudie

Sanierungsprojekt einer Abtei aus dem 11. Jahrhundert

Der Kunde möchte eine Abtei renovieren, die selbst im 18. Jahrhundert renoviert wurde. Wenn Wissenschaft im Dienst der Geschichte steht!
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Worin besteht die Problematik?

Der Kunde von FILAB hat die Aufgabe, eine Abtei aus dem 11.ten Jahrhundert zu sanieren. Es handelt sich um ein historisches Denkmal von großem denkmalpflegerischem Wert, das den Belastungen der Zeit ausgesetzt war und 2024–2025 eine umfassende Renovierung benötigt, um seine architektonische Pracht zu bewahren.

Um diese Sanierungsaufgabe erfolgreich durchzuführen, möchte der Kunde eine chemische Analyse durchführen und die Mikrostruktur eines Metallzugstabs untersuchen, um die Zusammensetzung der metallischen Strukturen der Abtei zu überprüfen.

Inhaltsverzeichnis

01
Untersuchung der Mikrostruktur mit dem Lichtmikroskop
02
Chemische Analyse mit Elementaranalysator C/S und ICP-AES
03
Ergebnis der Untersuchung
04
Fazit
01

Untersuchung der Mikrostruktur mit dem Lichtmikroskop

Die Querschliffbeobachtungen vor der chemischen Ätzung zeigten das Vorhandensein von Schlackeneinschlüssen, die vermutlich durch den Schmiedeprozess in einer ferritischen Matrix gestreckt wurden. Diese Mikrostruktur ist typisch für Puddeleisen.

Diese Schlackeneinschlüsse zeugen vom Puddelverfahren, bei dem das Metall ständig umgerührt wird, um seinen Kohlenstoffgehalt zu verringern und Verunreinigungen zu entfernen, was den im 18. Jahrhundert verwendeten Schmiedetechniken entspricht.

02

Chemische Analyse mit Elementaranalysator C/S und ICP-AES

 

Die chemischen Analysen wurden mit einem Elementaranalysator durchgeführt. Die Probe weist einen signifikanten Phosphorgehalt sowie einen niedrigen Kohlenstoffgehalt auf.

Diese Zusammensetzung entspricht der für Puddeleisen erwarteten Zusammensetzung.

Der Phosphor verleiht dem Eisen eine bessere Korrosionsbeständigkeit, während der geringe Kohlenstoffgehalt seine Verformbarkeit verbessert – typische Eigenschaften des damals verwendeten Puddeleisens.

03

Ergebnis der Untersuchung

Die Analysen der chemischen Zusammensetzung sowie der Mikrostruktur bestätigen, dass es sich um ein Bauteil aus Puddeleisen handelt. Diese Identifizierung ist für den Renovierungsprozess entscheidend, da sie gewährleistet, dass die Restaurierungstechniken die ursprünglichen Materialien respektieren und so die Authentizität und Langlebigkeit der sanierten Struktur sichern.

04

Fazit der Untersuchung und ein wenig Geschichte...

Dank der Expertise von FILAB konnte der Kunde ein tiefgehendes Verständnis der Zusammensetzung und Struktur des in der Abtei verwendeten Puddeleisens gewinnen. Diese Informationen ermöglichten die Entwicklung eines präzisen und den historischen Methoden entsprechenden Renovierungsplans, der die Beständigkeit und den denkmalpflegerischen Wert des Bauwerks sichert. 

 Was ist Puddeleisen?

Puddeleisen ist eine im 18. Jahrhundert entwickelte Art von Schmiedeeisen, die sich durch einen niedrigen Kohlenstoffgehalt und das Vorhandensein von Schlackeneinschlüssen auszeichnet. Dieses von Henry Cort im Jahr 1784 erfundene Verfahren ermöglicht die Herstellung eines formbareren und widerstandsfähigeren Eisens, das für verschiedene industrielle und architektonische Anwendungen geeignet ist.

Die Geschichte des Puddeleisens und seine Bedeutung bei der Renovierung im 18.ten Jahrhundert und heute!

Das von Henry Cort 1784 erfundene Puddeleisen revolutionierte die Metallurgie, indem es die Herstellung eines formbaren und widerstandsfähigen Eisens ermöglichte, das für die Industrielle Revolution von entscheidender Bedeutung war. In ikonischen Bauwerken wie dem Eiffelturm eingesetzt, bewies dieses Material seine Robustheit und Flexibilität. Im 18. Jahrhundert wurde bei der Renovierung der Abtei Puddeleisen zur Verstärkung und Restaurierung des Gebäudes verwendet. Heute ermöglicht dank der Expertise von FILAB die Analyse dieses historischen Materials eine originalgetreue und dauerhafte Sanierungsplanung und sichert so die Bewahrung unseres architektonischen Erbes für zukünftige Generationen.

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