Fallstudie

Untersuchung des Bruchbilds einer Metallverankerung

Der Kunde möchte die Sicherheit und Zuverlässigkeit seiner Umgebung optimieren sowie die Langlebigkeit seiner Anlagen verbessern.
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Worin besteht die Problematik?

Untersuchung des Bruchbilds einer Metallverankerung: Wie hat FILAB die Ursache des Versagens gefunden?

Eine Metallverankerung ist ein Bauteil, das verwendet wird, um Elemente sicher an einer Struktur oder einem Träger zu befestigen. Diese Verankerungen sind dafür ausgelegt, hohen Belastungen standzuhalten, einschließlich Zug- und/oder Scherbelastungen, und werden häufig verwendet, um Strukturelemente an Beton oder anderen Baustoffen zu befestigen.

Ziel dieser Studie ist die Begutachtung einer gebrochenen Metallverankerung, um die Ursache dieses Versagens zu identifizieren. Der Kunde möchte nämlich die Sicherheit und Zuverlässigkeit seiner Umgebung optimieren sowie die Langlebigkeit seiner Anlagen verbessern. Diese Verankerung besteht aus Edelstahl und dient zur Abstützung von Schamottplatten in Öfen zur Herstellung von Ton oder Ziegeln.
Um diese Ursache zu identifizieren, führte FILAB zunächst fraktografische Analysen und anschließend eine Werkstoffzustandsbewertung des Stabs mithilfe verschiedener Techniken an zwei Proben durch.

Inhaltsverzeichnis

01
Fraktografische Analysen
02
Werkstoffzustandsbewertung
03
Die erzielten Ergebnisse
04
Fazit der Studie
01

Fraktografische Analysen

Die beiden Teile wurden in der Werkstatt von FILAB sorgfältig zugeschnitten, um ihr Bruchbild mit der Stereolupe und dem REM-EDX zu beobachten.

Die Technik der Stereolupe

Die mit der Stereolupe durchgeführten optischen Beobachtungen führten zu folgenden Ergebnissen:

Am Rand beider Bruchflächen wurde eine Abflachung beobachtet.
Die beiden Bruchflächen des Bauteils weisen ein korrodiertes Erscheinungsbild auf.

Das REM-EDX

Die durchgeführten REM-Beobachtungen und EDX-Analysen führten zu folgenden Ergebnissen:

  • Es wurden Grübchen identifiziert, die einem Bereich des Endabbruchs beim Bruch des Bauteils entsprechen können.
  • Der Großteil beider Bruchflächen ist mit Korrosion bedeckt, die aus Sauerstoff (O), Chrom (Cr), Nickel (Ni) und Eisen (Fe) besteht.
  • Im REM wurden Bereiche mit Facetten beobachtet, die für einen spröden interkristallinen Bruch des Bauteils charakteristisch sind. Die EDX-Analysen zeigen ihrerseits hohe Gehalte an Eisen (Fe) und Chrom (Cr), jedoch ohne Nickel (Ni), was auf einen Phasenunterschied in diesen Bereichen hindeuten kann.
02

Werkstoffzustandsbewertung

Elementaranalyse von C und S sowie Analyse mittels ICP-AES
Die Ergebnisse der an den beiden Metallverankerungen durchgeführten chemischen Analysen entsprechen den Spezifikationen der Güte X6CrNi25-20 (1.4951) gemäß der Norm NF EN 10088-1.

Mikrographische Analyse
In diesem Schritt wurde die Bruchfläche mit einer Mikrosäge in Längsrichtung geschnitten, um die Mikrostruktur nahe der Bruchzone und im Kern des Bauteils zu beobachten. Die Probe wurde anschließend in einem Acrylharz kalt eingebettet und bis zur Körnung 0,15 μm poliert.

Die durchgeführten lichtmikroskopischen Beobachtungen führten zu folgenden Ergebnissen:

  • Vor der chemischen Ätzung weist der Kern der Probe einige kleinformatige Porositäten auf. An der Oberfläche sind großformatige Porositäten und eine dicke Korrosionsschicht vorhanden.
  • Nach der chemischen Ätzung sind über die gesamte Probe Zwillingkörner (Bänder in den Körnern) sichtbar. Diese Körner sind charakteristisch für die Austenitphase und stimmen mit der Güte des Edelstahls überein.
  • Sigma-Phasen-Ausscheidungen sind im Kern der Probe gleichmäßig verteilt. An der Oberfläche befinden sich diese Ausscheidungen an den Korngrenzen.

 

Härtemessung

Die Härtemessungen wurden an der zuvor beobachteten metallografischen Probe durchgeführt. Es zeigt sich, dass je nach Bereich der Probe unterschiedliche Härtewerte festzustellen sind. Die Oberflächenhärte ist höher als die Kernhärte. Außerdem liegt die Kernhärte unter den für diese Güte theoretisch erwarteten Werten (158 HV statt 160–225 HV).

03

Die erzielten Ergebnisse

Die in dieser Studie durchgeführten Analysen führten zu folgenden Ergebnissen:

Fraktografische Analysen:
Der Großteil beider Bruchflächen ist mit Korrosion bedeckt. Sie bestehen zudem überwiegend aus Sauerstoff, Chrom, Nickel und Eisen. Es wurden Grübchen identifiziert, die einem Bereich des Endabbruchs beim Bruch des Bauteils entsprechen können.

Werkstoffzustandsbewertung:
Die Ergebnisse der chemischen Analysen entsprechen den Spezifikationen der Güte X6CrNi25-20 (1.4951) gemäß der Norm NF EN 10088-1.
Die mikrographischen Analysen führten zu folgenden Ergebnissen:

An der Oberfläche sind großformatige Porositäten und eine dicke Korrosionsschicht vorhanden.
Sigma-Phasen-Ausscheidungen sind im Kern der Probe gleichmäßig verteilt. An der Oberfläche befinden sich diese Ausscheidungen an den Korngrenzen.

04

Fazit der Studie

Zusammenfassend hat die von FILAB durchgeführte Untersuchung gezeigt, dass der betreffende Metallanker durch die langanhaltende Einwirkung hoher Temperaturen (Produktionsofen) eine erhebliche Verschlechterung seiner mechanischen Eigenschaften erlitten hat. Diese Belastung führte zu Veränderungen in der Mikrostruktur des Stahls, insbesondere durch die Migration der Sigma-Phase an die Korngrenzen, wodurch seine Festigkeit abnahm und seine Sprödigkeit zunahm. Das Phänomen des Hochtemperatur-Kriechens, das durch eine fortschreitende Verformung unter dem Einfluss einer konstanten Spannung bei hoher Temperatur gekennzeichnet ist, führte schließlich zum Bruch des Ankers.

Diese eingehende Analyse verdeutlicht, wie wichtig es ist, extreme Einsatzbedingungen bei der Konstruktion und der Materialauswahl für kritische Anwendungen zu berücksichtigen.

So ist der Kunde in der Lage, Lösungen zu finden, um eine Wiederholung zu vermeiden und so die Langlebigkeit seiner Anlagen sowie die Sicherheit und Zuverlässigkeit seiner Umgebung zu verbessern.

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