Das Polymermaterial Polyamid PA 6 von PA 6.6 unterscheiden
Wie FILAB einem Kunden geholfen hat, das Polymermaterial Polyamid PA 6 von PA 6.6 zu unterscheiden?
Polyamidpolymere, besser bekannt als Nylons, werden in zahlreichen Branchen breit eingesetzt. Die Polyamidpolymere PA 6 und PA 6.6 sind die am häufigsten verwendeten. Obwohl sie viele Gemeinsamkeiten aufweisen, unterscheiden sie sich in bestimmten Eigenschaften (mechanische Eigenschaften, chemische Strukturen, Wasseraufnahme oder auch Wärmebeständigkeit), die ihren Einsatz in dem einen oder anderen Fall begünstigen.
Diese Fallstudie konzentriert sich auf die Methode und die technischen Mittel, um festzustellen, ob es sich um ein Polyamid PA6 oder um ein PA6.6 handelt.
Kontext
Unser Kunde wandte sich im Rahmen einer Produktionsabweichung an FILAB. Eine seiner Maschinen wurde versehentlich mit dem falschen Rohstoff versorgt. Er wollte aus 130.000 Teilen während der Produktion eine Stichprobe entnehmen, um festzustellen, ob sie aus PA 6.6 (konform) oder aus PA 6 (nicht konform) bestehen.
Der Kunde beauftragte das auf Materialcharakterisierung und chemische Analysen spezialisierte FILAB-Labor zunächst mit der Identifizierung seiner Polymere und anschließend mit der Wiederaufnahme seiner Produktion.
Bestimmung der chemischen Beschaffenheit der Teile
Welche Analysetechniken hat das Labor beschlossen einzusetzen, um die beiden Polyamidpolymere zu unterscheiden?
Analyse mittels DSC
DSC ist eine thermische Analysetechnik; sie misst die Unterschiede im Wärmeaustausch zwischen einer zu analysierenden Probe und einer Referenzprobe.
In diesem Fall ermöglichte sie es, die charakteristischen Temperaturen des einen oder anderen Polymers zu ermitteln. Die Analysen zeigten, dass die untersuchte Probe tatsächlich PA 6.6 war und damit der üblichen Produktion entsprach.
Analyse mittels Pyrolyse-GC-MS
Diese Technik ermöglichte es, die Art des gefundenen Polymers zu bestätigen. Tatsächlich ist die Pyrolyseanalyse in Kombination mit der Massenspektrometrie (Py-GC-MS) eine Technik der Pyrolyse, gefolgt von einer Gaschromatographie in Kombination mit der Massenspektrometrie (GC-MS), mit der sich die organischen Verbindungen einer Probe identifizieren und ihre chemische Zusammensetzung bestimmen lassen, indem sie in ihre flüchtigen Bestandteile zerlegt wird.
Die Art des Polymers konnte somit bestätigt werden.
